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Autor: Sascha Stewen
Veröffentlicht: 03. November 2012

Erfahrungsbericht: Olympus PEN E-P3

La Dolce Fotografia

Es kommt der Punkt im Leben eines Photographen, an dem er sich die Frage stellt, warum er eigentlich photographiert. Von einer grundsätzlichen Lebens- oder Schaffenskrise abgesehen hat dies nicht selten auch rein praktische Gründe. Die Ausrüstung wächst, Universalobjektive wie etwa Superzooms werden durch Spezialobjektive ersetzt und aus der Angst heraus ein Motiv zu verpassen, ist das meiste davon bei jeder sich ergebenen Möglichkeit dabei. In solchen Momenten entwickelt sich das Hobby leicht zur körperlichen Belastung und trübt die eigentliche Freude am Photographieren. Dagegen gibt es das bewährte Mittel, sich auf das nötigste zu beschränken, auf das wichtigste zu konzentrieren und in Kauf zu nehmen, auch mal ein Motiv zu verpassen. Bisher hat man als Hobbyphotograph meist die Zahl der Objektive reduziert, sich vielleicht sogar nur auf eine Festbrennweite beschränkt. Die Kamera selbst hingegen blieb gleich. Seit einigen Jahren gibt es eine neue alte Form der Systemkamera, kleiner und leichter als bisher, durch die Digitaltechnik trotzdem mit der Möglichkeit durch das Objektiv, “through the lens” zu sehen und in der neusten Generation absolut auf dem Niveau einer digitalen Spiegelreflexkamera - sagt der Hersteller.

Auf meinem Schreibtisch steht die Olympus PEN E-P3 mit dem Olympus M.Zuiko Digital ED 45mm F1,8 und dem elektronischen Sucher VF-2. 517 Gramm wiegt die Kombination und ist damit leichter als eine entsprechende Spiegelreflexkamera. Kleiner sowieso. Für die Jackentasche ist sie aber trotzdem zu groß, an die Hemd- oder Hosentasche brauche ich nicht zu denken. Der Vorteil ist da, aber noch ist er nicht relevant. Dafür sticht ein anderer, sofort relevanter Vorteil ins Auge: der Sucher ist klappbar und damit die praktischere Reinkarnation des Winkelsuchers. Die Vorfreude auf unauffällige Aufnahmepositionen und bequeme Stativarbeit rufen die Größe wieder ins Gedächtnis, und ein erster Hauch von Verständnis kommt auf.
Ich drücke den Auslöser leicht an und es passiert nichts. Zweifel kommen auf, wurde nun wirklich fokussiert? Das Motiv erscheint scharf im Sucher, und voller Vertrauen drücke ich durch. Nun hört man das künstlich klingende Klicken des mechanischen Verschlusses, leiser als die Spiegel-Verschluss-Kombination einer SLR-Kamera, aber nicht lautlos, wie es ein rein elektronischer Verschluss wäre. Lautlos und trotzdem extrem schnell fokussieren hingegen funktioniert, dass zeigt die Schärfebeurteilung der ersten Aufnahmen am Bildschirm. Das ist nicht weniger als beeindruckend, gerade weil die Geschwindigkeit der ersten Pen-Generation eher als mäßig einzustufen war, was allerdings zu einem großen Teil auch an den Objektiven selbst lag. Um vielbeschworene “Welten” weiter ist diese Kombination.

Die Form der E-P3 polarisiert genauso wie schon ihre beiden Vorgänger. Sie orientiert sich am Design der sechziger und siebziger Jahre, ist allerdings mit ihren Retroanleihen weiter weniger konsequent als etwa eine Fuji X100 und beschränkt sich auf wenige Zierelemente, die das Aussehen bestimmen, aber keinen Einfluss auf die Funktion haben. Mit gutem Willen kann man diesen Weg als Evolution verstehen, so als hätte es die letzten Jahrzehnte nicht gegeben. Böse Zungen hingegen sprechen von einer künstlichen Ausstrahlung ohne Authentizität. Ich meine, sie ist auffällig unauffällig. Genug gesagt.
Befindet man sich im Menü einer Kamera, kann man an zwei Punkten direkt erkennen, ob es sich um eine Olympus handelt: Gibt es viele sinnvolle, angenehme und meist klassenunübliche Konfigurationsmöglichkeiten, die dafür aber konfus strukturiert sind und deren Bezeichnungen oft an die Unverbindlichkeit asiatischer Weisheiten erinnern, kann man sich fast sicher sein: Ja, Olympus! Für den Unterschied zwischen “Rauschminderung” und “Rauschunterdrückung” reicht Kreativität allein nicht mehr aus, der Blick ins Handbuch wird zur notwendigen Dauerübung. Und warum man nicht jede Funktionstaste mit jeder Funktion belegen kann, oder warum so photographisch wichtige Einstellungen wie die Empfindlichkeit oder die Belichtungsreihe gar nicht direkt angewählt werden können weiß wohl nur Konfuzius. Milde stimmen die Möglichkeiten, die dann doch geboten werden und die man teilweise erst vermisst wenn man weiß, dass es sie gibt. Eine Augenerkennung als verfeinerte Gesichtserkennung, die nicht nur direkt auf die Augen fokussiert, sondern die sogar soweit konfigurierbar ist, dass man das linke, rechte oder das zur Kamera nächste Auge voreinstellen kann ist genauso praktisch wie eine Feinregelung der Farben für jeden Aufnahmemodus und jeden Weißabgleich einzeln. Dass man das Super Control Panel, die geniale Schaltzentrale für den Schnellzugriff auf die wichtigsten Funktionen der Kamera, erst unter einem unscheinbaren Menüpunkt versteckt freischalten muss, verstärkt den Eindruck ein geistigen Prüfung, der man sich unterziehen muss bevor man den Olymp betreten darf.


Das drei Zoll große OLED wirkt sehr lebendig, sowohl was die Helligkeit, als auch die Farbdarstellung angeht. Es lässt sich über das Menü fein regeln, liegt aber auch mit der besten Abstimmung einen Tick über dem, was letztlich auf dem Rechner unter kontrollierten Bedingungen geprüft wird. Ich jammere auf hohem Niveau, denn bei der Bildbeurteilung unterwegs müssen immer Abstriche in Kauf genommen werden. Und der große Vorteil der OLED-Technik zeigt sich sofort, wenn bei hellem Sonnenschein über das Display photographiert werden soll. Das geht deutlich besser, als ich es mit jedem herkömmlichen LCD bisher gewohnt war. Perfekt ist es nicht, aber die Grenzen ermöglichen nun einen sehr viel praxistauglicheren Bereich der Nutzbarkeit.
Der elektronische Sucher wirkt den Zahlen nach nur durchschnittlich. Er ist nur mäßig groß, die Auflösung von 1.440.000 Bildpunkten und damit einer realen Bildgröße von 800 x 600 Pixeln liegt im guten, aber nicht hervorragenden Bereich. Der wahre Wert liegt in der Art der Darstellung. Man sieht kaum Farbverfälschungen und auch harte Kontrastkanten bleiben von Farbsäumen verschont. Die hohe Bildwiederholrate von 60 Hertz und das schnelle Ansprechverhalten mit minimalen Verzögerungen sorgen für fließende Bewegungen. Dadurch erscheint das Bild vergleichsweise homogen und hinterlässt einen natürlichen Eindruck. Getrennt vom Display kann auch der Sucher angepasst werden und ermöglicht so eine sehr genaue Wiedergabe, die sich gut auch für die Bildbeurteilung eignet. Eine ideale Ergänzung also. Der Kontrastumfang ist gegenüber dem tatsächlich aufgenommenen Bild eingeschränkt. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass kritische Bereiche schnell erkannt werden. In seltenen Fällen allerdings wurde es schwierig, auf Details gerade in den Schattenbereichen zu reagieren. Gerade wenn seitlich zwischen Auge und Sucher einfallendes Streulicht den Kontrast und die Helligkeit subjektiv weiter reduzieren kann die Wiedergabe kritisch werden. In solchen Fällen hilft die optionale Augenmuschel weiter, zumindest wenn man nicht zu den Brillenträgern gehört.

Den ersten Härtetest erlebt die E-P3 bei dem Versuch, zusammen mit dem Telezoom Olympus M.Zuiko Digital ED 75-300mm F4,8-6,7 Raubvögel im Flug abzubilden. Ich gab mein bestes, die sehr schnell und meist unberechenbaren Bewegungen der Flugakrobaten einzufangen - und scheiterte.
Es war weniger die mangelnde Erfahrung als vielmehr die Grenzen der Technik, die mir im Weg standen. Der elektronische Sucher ist schnell im Vergleich zu anderen, doch trotzdem reicht die Verzögerung aus den entscheidenden Moment zu verpassen. Das gilt auch für die kontinuierliche Fokussierung, an die bei solchen Motiven höchste Anforderungen gestellt werden. Erfüllen konnte sie diese nicht, aber das ist keine Schande, denn nur die wenigsten Modelle erreichen in diesem Bereich zufriedenstellende Ergebnisse. Aber einen Versuch war es wert.

Die Stärken der Olympus PEN E-P3 liegen dort, wo der Weg untrennbar zum Ziel gehört, wo die Kamera nicht nur genutzt, sondern auch getragen werden muss und wo sich die gezielte Photographie mit dem Festhalten von Erinnerungen mischt. Meinen Wanderungen in der Grigna und die Spaziergänge am Ufer des Comer Sees boten genau die richtigen Bedingungen, ein Testfeld wie geschaffen für eine kleine Systemkamera, die zum genießen einlädt.
“Drücken sie dort auf den Bildschirm, wo es scharf sein soll.” war die einfache Anweisung an jene interessierte ältere Dame, der das Design besonders gefiel und die unbedingt ein Photo machen wollte. Nach dem skeptischen Blick gab es erst ungläubiges Staunen, dann ein überraschtes Lächeln. “So einfach!”, sagt sie. Ja, so einfach ist es wirklich. Die Touchscreenfunktion macht Spaß, funktioniert zuverlässig und lässt sich auch leicht vermitteln, weil sie auch ohne Smartphone-Kenntnisse intuitiv wirkt. Auch mit den dünnen Schärfeebenen lichtstarker Objektive klappt es ganz gut, nur bei schwierigeren Motivsituationen erreicht man selbst mit viel Fingerspitzengefühl die Grenzen. In der gezielten Photographie verzichtet man besser auf die Auslösefunktion, kann das Touchscreen aber noch immer gut zur Positionierung des Fokusfeldes nutzen. Zumal darüber auch der Lupenausschnitt für eine genaue manuelle Fokussierung ausgewählt wird.

Beim Flanieren durch die engen Gassen und entlang der malerischen Uferpromenaden versteckt sich die E-P3 zusammen mit dem optisch guten und sehr schnellen Olympus M.Zuiko Digital ED 9-18mm F4,0-5,6 in meiner Hand, gehalten am kleinen Griff und gesichert mit einer Handschlaufe. Die kleine Ausrüstung zeigt eine große Wirkung und eine enorme Bildqualität. Die von mir mit Absicht etwas härter eingestellten Kontraste für die direkte JPEG-Ausgabe passen zwar nicht zu den durch viel Licht und viel Schatten geprägten Aufnahmesituationen, bieten aber da eine knackige Bildqualität, wo der Kontrastumfang problemlos reicht. Wer gern unterwegs die Bildqualität optimiert, kann durch die integrierte Tonwertkurve schon vor der Aufnahme das maximal mögliche Herausholen. Aus reiner Faulheit muss ich es hinterher im RAW erledigen. Der nötige Spielraum ist hierbei zwar spürbar knapper als bei der aktuellen Konkurrenz aus dem DSLR-Bereich, durchdacht photographiert reichte er für meine Bildsprache in den meisten Fällen allerdings problemlos aus.
Wenn sich die Sonne Abends dem Horizont nähert und das gezielte Photographieren der Landschaft in den Vordergrund rückt, spielt der Größenvorteil nur noch eine untergeordnete Rolle. Natürlich bleibt die Ausrüstung weiterhin kompakt, das Stativ kann eine Kategorie leichter ausfallen und bei vielen Filtern, gerade auch einem Grauverlaufssystem, kann auf die kleinere Variante zurückgegriffen werden. Wenn aber der Zielpunkt gut erreicht werden kann, ist es fast egal, wieviel zu tragen ist. Anders schaut die Situation natürlich aus, wenn die Aufnahmeposition abseits liegt und die Wege nicht nur länger, sondern auch beschwerlicher werden.
Erfreulich ist, dass die E-P3 auch abseits der Größendiskussion ihre Qualitäten in der Landschaftsphotographie unter Beweis stellen konnte. Das Fokussieren gelingt mit der Live-View-Darstellung auf dem Display und der auf Wunsch automatisch durch Drehen des Fokusrings aktivierten Bildschirmlupe (die auch manuell ein- und ausgeschaltet werden kann) bereits sehr gut, und die Flexibilität des klappbaren Aufstecksuchers steigert das Vergnügen noch. Der Blick auf ein elektronisches Display versprüht zwar weniger Charme als ein klassischer, guter Spiegelreflex- oder gar Lichtschachtsucher, belohnt dafür aber mit einer viel höheren Kontrolle nicht nur über die Schärfe, sondern auch die korrekte Belichtung. Dies wird besonders deutlich, als die Filter ins Spiel kommen. Den Grauverlauf kann man wahlweise im manuellen Modus mit fester Belichtung sehr deutlich sehen und entsprechend positionieren, ähnlich wie bei einem optischen Sucher. Oder man nutzt einen anderen Modus (Zeit- oder Blendenvorwahl bzw. Programmautomatik) mit direkt optimierter Belichtung, bei der es nicht mehr um die Positionierung des Verlaufs selbst geht, sondern um eine tatsächliche Ausgestaltung des Bildes. Das ist intuitiv bei der Aufnahme und überzeugend in den Ergebnissen.


Die Zweifel an der Leistung des elektronischen Suchers bei wenig Licht zerstreuen sich im Laufe der Abende. Das Bild wird zwar körniger, zeigt mehr Rauschen und verliert bei aktiviertem Live View Boost in der düsteren Umgebung die Farbe, so dass eine sinnvolle Bildvorschau natürlich nicht mehr möglich ist, erlaubt aber noch immer das manuelle Fokussieren und kann bei Bedarf auch weiterhin die automatische Fokussierung anbieten.
Der Ausklang des Abends im Café an der Uferpromenade bietet Gelegenheit, die Autofokusleistungen näher zu betrachten. Das AF-System bietet 35-Messfelder, die relativ groß sind und daher bei feinen Motiven zu Problemen führen können. Oder besser zu Problemen führen, denn das passiert in der Praxis tatsächlich häufiger. Aus dem Grund lässt sich daher das Fokusfeld verkleinern und frei auf einer relativ großen Fläche des Bildes platzieren. Dies klappt vor allem mit dem Touchscreen sehr gut und eben auch bei schlechtem Licht.
Für Stillleben interessant ist der ins Gehäuse integrierte Bildstabilisator, der zwar weniger leistungsfähig ist als die aktuelle Generation der im Objektiv platzierten Bildstabilisatoren (die im System etwa von Panasonic angeboten werden), dafür aber mit jedem Objektiv funktioniert und so auch die lichtstarken Festbrennweiten unterstützt. Kommt Bewegung ins Spiel muss die Blendenöffnung vergrößert oder die Empfindlichkeit erhöht werden. Bei letzterem offenbart sich dann auch ein Nachteil der E-P3, denn zum vergleichsweise geringen Größennachteil des Sensors gesellt sich ein größerer Technologienachteil. Die Grenzen der Sensorqualität sind früher spürbar als bei den aktuellen Konkurrenzmodellen und zeigen sich nicht nur in einem höheren Rauschen, das durchaus tolerierbar ist, sondern auch in einem merklichen Detailverlust. Mit viel Erfahrung und ein paar Tricks, auch zum richtigen Blitzeinsatz, kann man auch bei sehr wenig Licht noch gute Ergebnisse erzielen, aber die Leichtigkeit früherer Aufnahmen ist nicht erreichbar. Schlafenszeit.


Die Grigna bietet viele Möglichkeiten für angenehme Wanderungen und viel Potenzial für eine photographische Entdeckung. Um beides zu verbinden erscheint die E-P3 wie geschaffen, und gerade die Kombination mit den drei Festbrennweiten Olympus M.Zuiko Digital ED 45mm F1,8, Panasonic Lumix G 20mm F1,7 Asph. und Panasonic Lumix G 14mm F2,5 Asph. überzeugt nicht nur durch ihr geringes Gewicht, sondern auch durch die sehr guten Abbildungsleistungen. Dafür muss man sie nicht einmal, gemäß dem alten aber noch immer gültigen Rat, zwei bis drei Stufen abblenden. Schon bei offener Blende ist die Abbildungs- und dabei besonders die Randleistung auf einem guten Niveau, landschaftstauglich bis zum Rand wird es bereits eine halbe Stufe abgeblendet. Dies ermöglicht einige Freiheiten, sowohl bei der Wahl der passenden Belichtungszeit, als auch bei der Nutzung der Blende zur kreativen Gestaltung der Aufnahmen, jeweils ohne deutlich schlechtere Abbildungsleistungen in Kauf nehmen zu müssen.
Bei der Bildqualität zeigen sich zwei wesentliche Aspekte. Zum einen das auch bei niedrigen Empfindlichkeiten vorhandene, sehr feine Rauschen. Das ist bei detailreichen Motiven nicht sichtbar, jedoch bei großen, monotonen Flächen mit maximal sanften Farbverläufen, wie etwa einem strahlend blauen Himmel, fällt es auf. Zum anderen die sehr gute Detailwiedergabe, auch bei niedrigen Kontrasten. Während ersteres in der digitalen Verkleinerung genauso wie bei der Ausgabe auf Papier keine Rolle spielt, ist letzteres hingegen sehr gut zu sehen. Dies entspricht meinen Prioritäten, womit meine Meinung in dem Punkt entsprechend positiv ausfällt, auch wenn ich mich noch gut an die Farbklarheit früherer Sensoren selbst auf Pixelebene zurückerinnern kann.
Ein weiterer Aspekt fällt erst in der Nachbetrachtung der Bilder auf, wenn ein größerer Datenbestand nicht mehr nur den Blick auf individuelle Fehler oder Vorteile erlaubt, sondern eine allgemeinere Beurteilung ermöglicht. Und die zeigt ein sehr stabiles Bild. Es gibt kaum fehlbelichtete Aufnahmen, die nicht bewusst von mir so inszeniert wurden. Es gibt auch kaum fehlfokussierte Aufnahmen, außer jenen, bei denen die Motivbewegung das Problem darstellte. Einzig eine leichte Schwäche beim Weißabgleich unter Kunstlichtbedingungen trübt das ansonsten sehr positive Bild.


Um die Frage zu beantworten, ob mit der Olympus PEN E-P3 wirklich das Niveau von aktuellen digitalen Spiegelreflexkameras erreicht wurde, muss man zuvor eine allgemeine Erkenntnis zurück in die Erinnerung rufen: Es gibt keine perfekte Kamera. Jedes Modell hat Schwächen, manche interessieren mich als Nutzer nicht, weil sie mich nicht stören, andere hingegen können über den Kauf oder Nicht-Kauf eines Modells entscheiden. Zu den Schwächen der E-P3 gehören im wesentlichen zwei Punkte: zum einen ist die Autofokusgeschwindigkeit bei der kontinuierlichen Fokussierung und zum anderen die Bildqualität bei höheren Empfindlichkeiten nicht auf dem Niveau heutiger Spiegelreflexkameras. Dafür bietet sie eine überlegene Kompaktheit und Flexibilität bei der Nutzung, in Kombination auch mit günstigen Objektiven eine sehr gute Bildqualität bei niedrigen Empfindlichkeiten und Möglichkeiten, die mit den gängigen Spiegelreflexkameras nicht möglich sind. Streitet euch darüber, ob das Niveau nun erreicht ist oder nicht. Für mich ist eine ganz andere Erkenntnis viel entscheidender.

Die E-P3 machte Spaß, befreite von gängigen Abläufen und animierte zu Aufnahmen, die vorher für mich nicht möglich waren, weil die Kamera meist zu Hause bleiben musste. Dabei erreichte sie eine Qualität, nicht zuletzt aufgrund der gefühlten Leichtigkeit des Photographierens, die meine Ansprüche sehr gut erfüllen konnte. Und auf einmal konnte ich sie spüren, la Dolce Fotografia.

Die Olympus PEN E-P3 und das Olympus M.Zuiko Digital ED 75-300mm F4,8-6,7 wurden für diesen Artikel von Olympus Deutschland zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für die Unterstützung!

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